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Aktuelle Projekte    Realisierte Projekte

Karol

1947

Kunsthandwerk / Kunst / Kultur

Start:

Juni 2004

Dauer:

unbestimmt

Die Brückenwacht

Abstieg.jpg

Performance mit Renate Hahn, Deutschland

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Jayne Lawless «brachte» die Brücke in die Residenz


Die zerstörte Maria-Valeria-Brücke 1944 bis 2001 (oben) Die wieder errichtete Brücke ab 2001 (unten)

Meine Brückengeschichte

Ich bin in Štúrovo geboren und aufgewachsen. Es ist die südlichste Ortschaft der Slowakei. Sie liegt an der Donau oberhalb der Mündung des Flusses Gran, welcher der Stadt Esztergom am ungarischen Ufer der Donau den deutschen Namen gab. Die Brücke meiner Kindheit war der eine Bogen auf der slowakischen Seite, siehe oberes Hauptbild, rechts. Als wir das erste Mal mit unserem Sohn zur Brücke gingen, hat er nicht verstehen können, dass es eine Brücke gibt, die nicht überbrückt – und das während 57 Jahren. Von den im zweiten Weltkrieg zerstörten Brücken –  sie wurde an Weihnachten 1944 gesprengt – ist die Maria-Valeria-Brücke die letzte wieder errichtete. Mein Vater starb lange vor der Wende, ich konnte nicht zum Begräbnis. Meine Mutter erlebte die Wende und hat noch einige Jahre die wieder gewonnene Freiheit genossen. Ich konnte sie häufig sehen und zu Grabe tragen. Ich wusste, dass der Besuch des Friedhofs für mich keine hinreichende Motivation sein würde, meinen Geburtsort häufiger zu besuchen. Weil ich eine gewisse Verbundenheit zum Ort gespürt habe, suchte ich einen positiven Grund.

​2001 wurde die Brücke mit europäischer Finanzhilfe wieder errichtet. Schon nach dem ersten Weltkrieg war die 1895 errichtete Brücke für 8 Jahre  unpassierbar – und ist damit  bis zum Jahr 2001 mehr ausser Dienst als in Betrieb gewesen! Damit sie nicht wieder zerstört wird, gehört sie beschützt, dachte ich mir. Sie physisch zu beschützen, überstieg unsere Möglichkeiten. Also beschlossen wir, dazu beizutragen, dass Menschen keinen Grund mehr haben, die Brücke zu zerstören. Dazu sollten virtuelle Brücken zwischen Menschen gebaut werden. Meine Frau war in einer Künstlerresidenz beschäftigt. Das führte zur Idee, eine in Štúrovo zu errichten. Die Stadt hat uns Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, betrieben wird sie durch den Kulturverein Štúrovo und Umgebung, wir sorgen für die Finanzierung.


Unsere Gäste in der Residenz nennen wir Brückenwächter, denn sie haben unter anderem die Pflicht, täglich die Brücke zu besuchen und ein Tagebuch zu führen mit ihren Beobachtungen, Assoziationen und Eingebungen beim Brückenbesuch. Zudem haben sie die Aufgabe, mit Schülern mindestens einmal am Thema zu arbeiten, mit Gymnasiasten einmal ein Gespräch zu führen und den Kontakt zu den Einwohnern der beiden Städte zu pflegen. Seit 2004 sind Brückenwächter aus aller Welt für drei bis sechs Monate in der Residenz zu Gast. Vertreten sind folgende Disziplinen: Bildende Kunst, Performance, Literatur, Musik, Film. Jeder und jede einzelne hat künstlerische Spuren hinterlassen. Auf www.bridgeguard.org  sind die Arbeiten chronologisch aufgeführt.

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Die Brückenwacht

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Projekthauptbild silberprojekt.ch
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