Realisierte
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Projektbeschrieb:

Hochseeschein mit 67. hat sich das gelohnt?

Abgeschlossenes Projekt · Projektdauer 4 Jahre · Juli 2011 bis September 2015

Formal ist mein Projekt, mit 67 Jahren noch den Hochseeschein zu machen, durchaus gelungen. Und trotzdem ist es irgendwie gescheitert, weil ihm der Boden fehlt. Die Freude am Segeln ist nicht mit Erfahrung über Jahrzehnte gekoppelt. Manchmal habe ich das Gefühl, dem Segelsport nicht den nötigen Respekt entgegengebracht zu haben.

Theorie Senioren Hochseeschein Silberprojekt
Senioren im Nordsee-Ostsee-Kanal Silberprojekt
Senior macht Hochseeschein.Silberprojekt

Eine Woche lang Theorie büffeln

Im Nordsee-Ostsee-Kanal

Übungsalltag auf der Ostsee

Hochseeschein mit 67.
Eine gute Idee?

Nicht dass mir das Segeln im Blut läge. Mit 63 Jahren zog ich ein spätes sechsmonatiges Sabbatical in Kopenhagen ein. Da entstand die Idee, Segeln zu lernen. Ich besuchte Segelkurse in Kiel und schaffte in zwei Anläufen den deutschen «Sportküsten Schifferschein». Küstenschein heisst er darum, weil man nicht mehr als 12 Seemeilen vom Festland weg darf.

 

Bei meinem ersten Einsatz als Skipper mit einer kleinen Crew (die mehr praktische Segelerfahrung hatte als ich), realisierte ich, dass ich streng genommen von Punta Ala aus nicht mal auf die Insel Elba hätte übersetzen dürfen, weil es schon schon nach Porto Azzurro etwa 14 Seemeilen waren.

 

2015 beschloss ich, den Schweizer Hochseeschein – heute heisst das «Swiss Certificate of Competence for Ocean Yachting» – zu erwerben, um mir solche «Schikanen» zu ersparen. Da ich vom deutschen Küstenschein einige Vorkenntnisse hatte, meldete ich mich für einen ca. 3-monatigen CCS-Intensivkurs an, wo ich hin und wieder ans Limit gehen musste. Die Prüfung zog sich über etwa 7 Stunden hin (andere waren früher fertig oder hatten resigniert), war happig aber machbar. Im gleichen Jahr machte ich noch den Funkerschein, korrekt gesagt das «Beschränkt gültige Betriebszeugnis für die Sportschifffahrt (SRC)».

 

Das Jahr darauf musste ich – schon im Besitze des Küstenscheins – noch den Segel-Grundkurs auf dem Bodensee nachholen. Den Motorboot-Führerschein hatten meine Frau und ich schon früher gemeinsam gemacht. In diesem Sommer hatten wir ein Ferienhaus am Bodensee, zu dem auch eine 470-er-Jolle gehörte. Als ich das erste Mal mit der Jolle kenterte, wurde mir klar, wie sehr ich segeltechnisch das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt hatte.

Für den Küsten- und Hochseeschein kamen als Praxisnachweis fast 2000 Seemeilen zusammen, die ich in den Jahren 2011 bis 2015 sammelte. Ich absolvierte sie grossenteils mit deutschen Crews. In nachhaltiger Erinnerung bleibt mir der Schulungstörn von Kiel durch den Nordsee-Ostsee-Kanal nach Helgoland, von dort bei permanent 8 Baufort über die Nordsee nach Inverness, durch den Caledonian Canal mit Loch Ness und unzähligen Schleusen, wieder aufs Meer nach Belfast und schliesslich nach Dublin.

 

Dazwischen kamen kleinere Aufgaben, die es zu erledigen gab: den zweittägigen Nothilfekurs absolvieren, Atteste über Seh- und Hörvermögen einholen, Logbücher der Schulungstörns aufarbeiten und von den jeweiligen Skipper unterschreiben lassen ...

 

2018 war ich nochmals Skipper mit der gleichen Crew, wir segelten im anspruchsvollen Revier zwischen Korsika und Sardinien. Nach diesem 14-tägigen Törn war ich nudelfertig. Die Verantwortung hatte schwer auf mir gelastet. Zudem hatte der Törn mir meine mangelnde Erfahrung deutlich vor Augen geführt.

Ich bin zur Einsicht gelangt, dass mir zu einem guten Skipper jahrzehntelange Erfahrung abgeht. Oder generell: Als Senior hat man viele Möglichkeiten, aber nicht alles Mögliche ist auch sinnvoll.

 

Die Download Box enthält

  • Meine Segelschule in Kiel

  • Blood, Sweat and Tears: CCS-Prüfungsnachweis

  • Tipp für die Meilenbestätigungen

  • Hinweis auf interaktive Lern-CD Funkerprüfung

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